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Erfahrener Benutzer
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Behandlung von Samen
Hier habe ich mal etwas zusammen getragen
VORBEHANDLUNG DER SAMEN
Um einen möglichst guten Keimerfolg zu erzielen, kann es notwendig sein, die Samen zuvor einer speziellen Behandlung zu unterziehen.
Manche Samen benötigen eine gewisse Ruhezeit um überhaupt keimen zu können.
Die Samen der meisten Tropenfrüchte sind allerdings schon keimfähig, wenn man die reife frucht erhält.
Bei anderen arten verlieren die Samen bereits ihre Keimfähigkeit, wenn sie einmal trocken sind.
REINIGUNG DER SAMEN
Vor dem aussäen werden die Samen vorsichtig den Früchten entnommen, damit man sie nicht beschädigt.
Anschließend werden sie gründlich mit lauwarmem Wasser abgewaschen, da eventuell anhaftende Reste von Fruchtfleisch die Keimung behindern könnte.
Sollte sich das Fruchtfleisch schlecht entfernen lassen, kann man den Samen vorsichtig zwischen Küchenkrepp reiben, bis sie sauber sind.
STRATIFIZIEREN
Samen von pflanzen, die in ihrem natürlichen Lebensraum Kälteperioden überstehen müssen, werden auch bei uns erst keimfähig, wenn sie eine längere Käteruhe hatten.
Sie müssen stratifiziert werden, das heißt für vier bis sechs Wochen bei niedriger Temperatur gelagert werden.
Für diesen Zeitraum kann man sie einfach in Torf einbetten und in einer Plastiktüte in den Kühlschrank legen.
Stammen die Samen von arten, die in der natur frost ausgesetzt sind, kann man sie auch vorübergehend in Eiswürfel einfrieren.
WASSERBEIZUNG
Bei manchen Samen empfiehlt es sich, eine Wasserbeizung durchzuführen.
Hierzu legt man die gereinigten Samen für 20 Minuten in 50°C warmes Wasser.
Durch die Hitze werden schädliche Organismen auf der Samenoberfläche abgetötet, die zu Fäulnis führen können.
SUPSTRAT
Zur Anzucht von exotischen Pflanzen sollte man keine normale Gartenerde verwenden., da diese Mikroorganismen und Samen wilder pflanzen enthält, die den exotischen Samen schädigen oder eine Keimung verhindern..
Abhilfe würde hier nur ein 15- minütiges Sterilisieren im Backofen bei 120 ° C schaffen.
Wer sich dies ersparen möchte sollte spezielle Anzuchtserde kaufen.
Sie hat den Vorteil. Dass sie den Bedürfnissen der Sämlinge entspricht .
Durch die optimalen Wasseraufnahmekapazität und Luftdurchlässigkeit unterstützt sie die Keimung.
Auch Kokoshum ist dazu gut geeignet.
Oder Perlite, worüber an anderer stelle schon diskutiert wurde.
Dann gibt es noch die Torfquelltapletten, .
Diese werden eine halbe stunde in lauwarmem Wasser eingeweicht wodurch sie auf ein sechs- bis siebenfaches ihrer ursprünglichen Größe aufquellen.
Das Torfsupstrat wird dabei von einem hauchdünnen netz zusammengehalten.
In diese Töpfchen werden die Samen direkt eingesät.
Da die wurzeln später das dünne netz durchdringen, können die Jungpflanzen dann mitsamt den Töpfchen äußerst schonend umgetopft werden.
Die Torftabletten sind keimfrei und enthalten keine Nährstoffe.
Sie sind daher für die Keimung optimal., da die Samen dazu keine Nährstoffe benötigen.
Der Sämling zehrt in den ersten Wochen noch von dem im Samenenthaltenen Reservestoffe.
Zur Keimung wird benötigt
Temperatur
Um einen Keimerfolg zu haben ist unter anderem die Bodentemperatur ausschlaggebend .
Die optimale Keimtemperatur liegt bei 20-30°C.
Um die entsprechende Bodentemperatur zu erreichen, stellt man das Anzuchtgefäß in die nähe einer Heizung oder oberhalb eines Heizkörpers auf, wobei die Temperatur nicht zu stark schwanken darf.
Durch unterlegen von Zeitungspapier lässt sie sich in begrenzen maßen regulieren.
Genauer und bequemer erreicht man eine optimale Temperatur mit einer so genanten Flächenheizung oder einem Thermostatgeregelten Mini- Treibhaus.
Feuchtigkeit
Samen und Keimlinge müssen immer feucht gehalten werden.
Es darf sich aber keine Staunässe bilden, da die zarten Pflänzchen sonst schnell verrotten würden.
Zum Giesen nimmt man am besten abgekochtes Leitungswasser oder destilliertes Wasser, um nicht unnötig Keime einzuschleppen.
Da sich in abgedeckten Anzuchtbehältern die Feuchtigkeit gut hält muss nur einmal wöchentlich gewässert werden.
Licht
Die meisten Samen benötigen für die Keimung kein licht( Dunkelkeimer).
Sie müssen daher vollständig mit Erde bedeckt werden, und zwar drei- bis fünfmal so hoch wie der Samen dick ist.
Manche Samen, wie z.B. von Kiwis, benötigen zum Keimen licht und werden daher nur auf der Substratoberfläche gleichmäßig verteilt ( Lichtkeimer).
Die Aussaat und ihre Vorbehandlung
Weiche, flache, und feine Samen
werden ohne Vorbehandlung direkt gesät.
Die Samen werden minimal so hoch und maximal doppelt so hoch mit Erde bedeckt werden wie ihr Durchmesser beträgt.
Bei flachen Samen wird die Höhe nicht die Breite gerechnet.
Sehr feiner Samen wird nur leicht in die Erdoberfläche gedrückt.
Die Saattiefe ist mit maßgebend für eine erfolgreiche Keimung.
Sät man zu tief, so kostet es den Keimling zuviel an Kraft um ans Licht zu kommen.
Sät man zu flach fehlt es dem Sämling an Standfestigkeit.
Sehr harte Samen
Können bis zu ihrer Keimung viele Monate benötigen.
Um den Vorgang zu beschleunigen, feilt man die Samenhaut mit Sandpapier oder mit einer Feile etwas an,
damit sie porös und durchlässig werden.
Danach werden die Samen in lauwarmes Wasser für 24 Stunden gelegt.
Viele Arten quellen dabei auf und müssen dann sofort gesät werden.
Ölhaltige Samen oder jene mit einer Wachsschicht
Werden nicht angefeilt, aber eingeweicht.
Dem Einweichwasser setzt man etwas flüssige Schmierseife zu,
oder man verwendet zum Einweichen statt Wasser Buttermilch,
deren Säurebakterien den Samenmantel ebenfalls durchlässiger machen.
Samen von Lichtkeimern
Werden nicht vorbehandelt, aber es muss darauf geachtet werden, dass sie nicht mit Erde bedeckt werden.
Das Abbrühen kann man mit fast allen harten Leguminosen-Samen (Hülsenfrüchte, die aus den Schoten) machen. Z.B. Albizia, Gleditzia, Johannisbrotbaum, Caesalpina etc.!
Zum Anfeilen habe ich eine neue bequeme Methode gefunden. Ich nehme so einen Schleifstein (zum Messerschärfen), lege den flach auf den Tisch und rubbelt die Samen darüber. Aber Vorsicht, das geht ziemlich schnell!
Ohne anfeilen geht bei manchen Samen nur schwer etwas. Beispielsweise bei Samen die eigentlich durch Tiere verbreitet werden. Die Samenkapsel muss dabei so dick und widerstandsfähig sein das die Magensäure ihr nichts anhaben kann. Nachteil es kann auch nur schwer Feuchtigkeit eindringen die zum Keimen Notwendig ist. Bei Wildtieren wird diese langsam zerstört durch Steine und Sand so das sie nach dem ausscheiden auch Wasser aufnehmen können. Mit dem anfeilen wird das reiben im Magen und Darm der Tiere simuliert. Auch bei Passifloraarten ist das Einlegen in Säurehaltigen Medien notwendig damit diese keimen. Auch das Überbrühen mit kochendem Wasser .. notwendig um die wachschichten zu entfernen. Ergo man simuliert damit die Natur.
Generell sollte man nur hartschalige und größere Samen so behandeln. Weichen, dünnhäutigen Samen bekommt das meist nicht. Verallgemeinern kann man das aber schlecht!
Ganz frische Samen keimen oft ohne Behandlung, ältere Samen sind eine Keimruhe eingegangen, die man mit einer bestimmten Behandlung brechen kann.
Manche Samen müssen gekühlt (stratifiziert) werden, weil sie in der Natur erst nach dem Winter keimen dürfen. Den muss man dann eben simulieren.
Man sollte sich bei jedem Samen genau informieren. Meist ist nur eine Art der Behandlung dann die Mitte der Wahl.
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